Geschichten in Bewegung

Geschichten in Bewegung

Installations- und Veranstaltungsreihe zu Migration, Rechten und Zugehörigkeit

„Geschichten in Bewegung“ hat im SWANE Café in Wuppertal eine Ausstellung installiert, die politische und kulturelle Geschichte rund um Migration, Rassismus und Zugehörigkeit erfahrbar machte – begleitet von Podiumsgesprächen, Konzerten und Workshops mit Aktivist*innen, Künstler*innen und migrantischen Communities. Rund 450 Menschen nahmen besuchten über acht Monate hinweg die Ausstellung und die Veranstaltungen.

Quick Facts

Location: Wuppertal, Deutschland

Years: 2024

Themes: Ausstellung, Migrationsgeschichte, Kolonialismus

Warum das wichtig ist

Menschen, die von Rassismus betroffen sind oder eine Migrationsgeschichte haben, finden selten Räume, in denen ihre Geschichten und Perspektiven im Mittelpunkt stehen – nicht als Objekte der Debatte, sondern als Protagonist*innen. Gleichzeitig fehlt in der Öffentlichkeit oft das Wissen über die strukturellen Wurzeln von Ausschluss, von Kolonialgeschichte bis zu heutigen Staatsbürgerschaftsgesetzen. Politische Bildung, die das Persönliche mit dem Historischen verbindet und mit betroffenen Communities gestaltet wird, ist dringend nötig.

Was wir tun

  • Wanderausstellung: Eine mehrteilige Installation, die politische und kulturelle Ereignisse mehrerer Jahrhunderte nachzeichnet, die unser Verständnis von Migration, Rechten und Zugehörigkeit geprägt haben – einschließlich Perspektiven junger Menschen mit Rassismuserfahrungen sowie Beispielen migrantischer Selbstorganisierung und Widerstand. Veranstaltungsort war das SWANE Café im Wuppertaler Luisenviertel, ein bekannter soziokultureller Treffpunkt und Anlaufpunkt für People of Color.
  • Podiumsgespräche & Community-Events: Fünf öffentliche Veranstaltungen zu politischem Empowerment durch urbane Kultur (mit Konzert von Ade Bantu), Roma-Bleiberechtskämpfen damals und heute, Erinnerung und rassistischer Gewalt ("Erinnern heißt kämpfen") sowie dem Erbe der Berliner Kongokonferenz – ko-organisiert mit SWANE Café/Kookaburra gGmbH, Decolonize Wuppertal und IDA-NRW.
  • Workshops: Praxisorientierte Einheiten zu Kolonialismus und seinen heutigen Auswirkungen, gemeinsam mit Decolonize Wuppertal durchgeführt.

Wirkung & Ergebnisse

  • Reichweite & Repräsentation: Rund 450 Menschen besuchten Ausstellung und Veranstaltungen. Alle Podiumsteilnehmer*innen waren von Rassismus betroffene Personen – ihre Expertise und gelebten Erfahrungen standen konsequent im Mittelpunkt.
  • Community-Vernetzung & Empowerment: Die Ausstellung schuf Räume, in denen von Rassismus betroffene Menschen und Menschen mit Migrationsgeschichte biografische wie historische Momente von Ausschluss, aber auch Aktivismus teilen, lokale Organisationen kennenlernen und Anknüpfungspunkte für Engagement finden konnten. Neue Kooperationen entstanden, bestehende vertieften sich.
  • Folgewirkungen: Der Projekterfolg löste weitere Aktivitäten aus – zusätzliche Filmvorführungen, eine geplante Folgeveranstaltung zu Othering and Belonging sowie Pläne, mit der Ausstellung durch NRW zu touren.

Verwandte Veranstaltungen

„Das Recht, Rechte zu haben“ – Filmpremiere Wuppertal

„Das Recht, Rechte zu haben“ – Filmpremiere Wuppertal

8. Mai 2024 | Beginn: 19 Uhr
SWANE Café, Luisenstraße 102A, 42103 Wuppertal

Im Rahmen der Eröffnung unserer Ausstellung: Geschichten in Bewegung:
Installation und Veranstaltungsreihe zu Migration, Rechte und Kämpfe um Zugehörigkeit zeigen wir am 8. Mai 2024 um 19 Uhr den Kurzfilm „Das Recht, Rechte zu haben“ mit anschließendem Podiumsgespräch.

In Deutschland leben aktuell über 12 Millionen Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Obwohl hier geboren besitzen 1,5 Millionen von ihnen keinen deutschen Pass. Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit sind nicht vor Abschiebung geschützt, dürfen bei den Bundestagswahlen weder wählen noch kandidieren und haben keinen Zugang zum Beamt*innenstatus. Wenn sie sich selbst organisieren, unterliegen sie den Regeln für “Ausländervereine”. Im Asylverfahren ist das Recht auf Teilhabe noch weiter eingeschränkt. So haben die Menschen nur ein begrenztes Recht auf Versammlungsfreiheit, Freizügigkeit, freie Wahl des Wohnorts und des Arbeitsplatzes. Was bedeutet es, staatenlos zu sein, mit einer Duldung zu leben oder eine andere als die deutsche Staatsangehörigkeit zu haben? Welche Kämpfe haben Migrant*innen, BPoC, Sint*izze & Rom*nja für gleiche Rechte geführt und führen sie aktuell?

Der Film regt dazu an, über die Bedeutung von Staatsangehörigkeit nachzudenken und sich für eine Gesellschaft einzusetzen, in der das Recht auf Rechte für alle uneingeschränkt gilt. Er wurde im Rahmen der Kampagne “Pass(t) uns allen” von With Wings and Roots e.V. und RomaniPhen e.V. erstellt.

 

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