Our Stories, Our Rights: Citizenship and Democracy

Our Stories, Our Rights: Citizenship and Democracy

Förderung von Führungskompetenzen, die einen systemischen Wandel vorantreiben

Mit Wings and Roots e.V. hat das Projekt „Our Stories, Our Rights: Citizenship and Democracy" gemeinsam mit der italienischen Organisation iParticipate ins Leben gerufen, um kollaborative Bildungs- und Advocacy-Formate rund um politische Teilhabe und mediale Bürger*innenbeteiligung zu entwickeln. Das Projekt verbindet nicht-formale Erwachsenenbildung mit Storytelling, Medienproduktion, Advocacy-Training und Kampagnenstrategieentwicklung. Es befähigt Aktivist*innen, die keine vollständigen Bürger*innenrechte in Deutschland oder Italien besitzen, eine aktive Rolle in demokratischen Prozessen einzunehmen. Dies fördert Führungsqualitäten, die über die Projektdauer hinaus systemische Veränderungen vorantreiben, und stärkt gleichzeitig die Fähigkeit der Partnerorganisationen, sich für Reformen des Staatsbürgerschaftsrechts einzusetzen.

Quick Facts

Location: Transnational

Years: 2025-heute

Themes: Politische Teilhabe, Staatsbürgerschaft, Zugehörigkeit, Demokratie, Soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte, Narrativwechsel

Warum ist das so wichtig

Mehr als 14 Millionen Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft leben in Deutschland – davon 1,5 Millionen, die dort geboren wurden. In Italien umfassen die 5 Millionen Nicht-EU-Bewohner*innen 1,3 Minderjährige, die im Land aufgewachsen und ausgebildet wurden. In beiden Ländern können diese Bewohner*innen nicht wählen, kein Amt anstreben und sehen sich Einschränkungen bei Versammlungsfreiheit, Bewegungsfreiheit und Beschäftigung gegenüberstehen. Sie sind von der politischen Teilhabe ausgeschlossen, während sie dennoch den politischen Maßnahmen unterliegen, die ihr Leben bestimmen. Und doch organisieren sich viele bereits, treten für ihre Rechte ein und kämpfen gegen dieses demokratische Defizit. „Our Stories, Our Rights" baut genau auf dieser bestehenden Energie und Expertise auf. Diese Zusammenarbeit professionalisiert nicht nur Bildungsmaßnahmen für erwachsene Menschen ohne Staatsangehörigkeit und wirkt gefährlichen Stereotypen entgegen – sie stärkt auch die europäische Demokratie, indem sie zeigt, dass kollektives, grenzüberschreitendes Handeln unerlässlich ist, um gerechte politische Maßnahmen und ein echtes Zugehörigkeitsgefühl zu erreichen.

Was wir tun

Wir bauen auf den bestehenden Fähigkeiten, Kenntnissen und Erfahrungen von Erwachsenen ohne deutsche oder italienische Staatsbürgerschaft auf, die bereits in migrantischen und Rassismuskritischen Organisationen aktiv sind. Mit dem Fokus auf nicht-formaler Erwachsenenbildung vertiefen wir ihre Fähigkeit zur politischen Teilhabe.  Durch Storytelling, Medienproduktion, Advocacy-Training und Kampagnenstrategieentwicklung erarbeiten Teilnehmende überzeugende Narrative, die in ihren gelebten Erfahrungen verwurzelt sind, stärken ihre Fähigkeit zur Teilnahme an demokratischen Prozessen und entwickeln grenzüberschreitende Solidarität mit Gleichgesinnten in Deutschland und Italien. Das Ergebnis: sichtbare, qualifizierte und effektivere von Migrant*innen geführte Stimmen im öffentlichen Diskurs – und eine stärkere, inklusivere europäische Demokratie.    

PROJEKTKOMPONENTEN

Austausch von Bildungsmethoden, gemeinsame Planung und Entwicklung von Schulungen   Das Projekt begann mit einer Reihe von Treffen in Florenz zwischen Oktober und Dezember 2025. Dabei tauschten die Projektkoordinatorinnen Olga Gerstenberger (With Wings and Roots e.V.) und Sonila Tafili (iParticipate) Bildungsmethoden aus, teilten Praktiken der Erwachsenenbildung und des Community Organizing und entwickelten gemeinsam das Konzept für den Berliner Workshop. Die Zusammenarbeit setzte sich im Februar 2026 mit einem dreitägigen Vorbereitungstreffen in Berlin fort – unter Beteiligung der Koordinatorinnen, Trainer*innen und des Vorstandsmitglieds Miman Jasharovski von With Wings and Roots. Im Rahmen des Treffens fand zudem ein Besuch und Austausch mit Mallika Basu vom Migrationsrat Berlin statt, mit Fokus auf Einbürgerungsberatung, basisdemokratische politische Teilhabe und Advocacy-Strategien.   Lern- und Austauschaktivitäten   Vom 26. März bis 1. April 2026 trafen sich 15 Teilnehmende aus Deutschland und Italien in Berlin zu einem fünftägigen Intensivtraining. Sie entwickelten persönliche Erzählungen, schärften ihre Storytelling-Fähigkeiten und produzierten Kurzform-Videocontent mit Smartphones – eine Kombination aus praktischer Medienproduktion, Peer-Austausch, Reflexion und öffentlichem Dialog. Begleitet wurde der Workshop von Masha Burina, Sujin J. Noël und Siyawash Jekta. Der Ablauf führte von den Grundlagen des Storytellings über praktische Medienarbeit bis hin zu Gruppenreflexion, Präsentation der Ergebnisse und Planung für die weitere Zusammenarbeit.   Ein öffentlicher Screening des Films „The Right to Have Rights“ im Migrationsrat Berlin eröffnete den Workshop für einen breiteren Gemeinschaftsdialog. Es folgte eine Diskussion mit Workshop-Teilnehmenden, Miman Jasharovski, Jennifer Kamau (International Women Space) und Senka Majda (iParticipate).   Drei Online-Follow-up-Sessions vertieften den Lernprozess mit den Themen Storytelling und die Macht zu gewinnen, Kampagnenplanung und kollektives Handeln für migrantische Gerechtigkeit und Lehren aus erfolgreichen Kampagnen.  

Erstellung eines Handbuchs

  Das Projekt wird ein dreisprachiges Handbuch (Englisch, Deutsch, Italienisch) erstellen, das Best Practices, Schulungsmaterialien und Beiträge der Teilnehmenden aus dem gesamten Projekt zusammenführt. Es dokumentiert Erfahrungen und Lehren aus den Bereichen politische Teilhabe, Storytelling, Medienproduktion und Advocacy und dient als nachhaltige, übertragbare Ressource für Erwachsene ohne Staatsbürgerschaft, Trainer*innen und Organisationen, die sich in ganz Europa für Rechte und demokratische Inklusion einsetzen.  

Verbreitung und Veranstaltungen

  Zwei öffentliche Veranstaltungen in Berlin und Florenz präsentieren die zentralen Projektergebnisse – darunter das Handbuch, die Schulungsmaterialien und die von Teilnehmenden produzierten Videos. Sie schaffen eine Plattform für den Dialog zwischen migrantischen Communities, Pädagog*innen, Aktivist*innen und Entscheidungsträger*innen. Alle Materialien werden über Social Media, Newsletter und EU-Plattformen verbreitet, um eine breite Zugänglichkeit für migrantisch geführte Organisationen und Advokat*innen in ganz Europa zu gewährleisten.

WICHTIGSTE WIRKUNGEN

  • Stärkt die politische Teilhabe von Menschen ohne Staatsbürgerschaft und neu Eingebürgerten, die bereits in migrantischen und antirassistischen Bewegungen aktiv sind – und erweitert ihre Fähigkeit, sich an öffentlichen Debatten und zivilgesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen
  • Vertieft bestehende Kompetenzen in Storytelling, Medienproduktion und Kampagnenstrategie – befähigt Teilnehmende, überzeugende Erzählungen aus ihrem Aktivismus und ihren Lebensrealitäten zu entwickeln und migrantisch geführte Stimmen in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion zu rücken
  • Fördert grenzüberschreitende Solidarität und transnationale Vernetzung zwischen Aktivist*innen und Trainer*innen in Deutschland und Italien – schafft nachhaltige Verbindungen, die weit über die Projektlaufzeit hinaus bestehen
  • Erstellt übertragbare Werkzeuge und Ressourcen – darunter ein dreisprachiges Handbuch – und erweitert so die Wirkung des Projekts auf Organisationen und Aktivist*innen in ganz Europa

Disclaimer

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